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Ingenieurkammer-Chef kritisiert teure Normenflut im Wohnungsbau

veröffentlicht am 13.07.2026

Um rund 20 Prozent seien die Baukosten in den vergangenen 20 Jahren allein durch neue oder veränderte Normen gestiegen, so eine gängige Expertenschätzung. Stephan von Friedrichs, Hauptgeschäftsführer der Ingenieurkammer Niedersachsen, bemängelt im Gespräch mit Agenda Niedersachsen, der Normungsprozess habe sich verändert, werde zunehmend herstellergetrieben. Die Folge: er verliert an Ausgewogenheit. Was ursprünglich als praxistaugliche Empfehlung gedacht gewesen sei, mache Bauen in der Praxis immer teurer.

Von Friedrichs sieht dabei auch Bund und Länder in der Pflicht: Weil sie die Normungsinstitute mitfinanzierten, müssten sie zugleich für eine wirksame öffentliche Kontrolle und verlässliche Folgenabschätzungen sorgen. „Wir müssen eine Diskussion darüber führen, wie wir Normung in Zukunft anders gestalten und sie so einsetzen, dass die Kosten nicht immer weiter nach oben gehen.

Medienberichten zufolge gibt es mittlerweile mehr als 7000 DIN-Normen allein im Baubereich – mit stetig wachsender Tendenz. Auch das ist Experten zufolge ein Grund dafür, die Zahl neu fertiggestellter Wohnungen im vergangenen Jahr auf 207.000 gefallen ist. In Berlin berieten vor wenigen Tagen Fachleute auf einer Baunormenkonferenz.