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Real Estate Arena 2026: Wie Niedersachsen die Wohnkrise lösen will

veröffentlicht am 07.06.2026

Am Mittwoch öffnet die Real Estate Arena 2026 auf dem Messegelände in Hannover ihre Tore. Doch bereits im Vorfeld der Bau- und Immobilienmesse herrscht Aufbruchstimmung.

Die Pressekonferenz vor der Messe fand an einem symbolträchtigen Ort statt: dem ehemaligen Fernsehturm, in Hannover Telemotiz genannt, direkt am Hauptbahnhof. Inzwischen ziemlich marode, sollen genau hier direkt am Turm neue, kleine und moderne Wohnungen entstehen. Das plant der Unternehmer Oliver Blume.

Pressekonferenz im ehemaligen Fernsehturm: Jörn P. Makko (Bauindustrie), Sarah M. Schlesinger (blackprint) , Inga Frauendorf (Real Estate Arena), Grant Hendrik Tonne (Wirtschaftsminister), Oliver Blume (Unternehmer), Susanne Schmitt (vdw Niedersachsen-Bremen) und Jochen Köckler (Deutsche Messe AG) / (v l. n. r.) Foto: Deutsche Messe, Lars Kaletta

Um mehr bezahlbare Wohnungen ging es auch dem Chef der Bauindustrie Niedersachsen-Bremen, Jörn Makko. Er plädiert für eine radikale Abkehr von alten Denkmustern, um bezahlbaren Wohnraum realisieren zu können. „Wir müssen das Bauen grundlegend vereinfachen“, stellt Makko fest. Der Schlüssel liege unter anderem in intelligenten, seriellen Konzepten. Denn wer Standards schaffe, der baue schneller und günstiger.

Für den Verbandschef ist klar: Die Krise am Bau lässt sich nicht mit den Werkzeugen der Vergangenheit lösen. Es braucht den Mut, Prozesse schlanker zu gestalten und das Wesentliche in den Fokus zu rücken. „Wer mehr und kostengünstiger bauen will, der muss die Standards wieder auf ein vernünftiges Maß zurückführen. Wir bauen aufwendiger, als es sein müsste“, sagte Makko.

Bürokratie als Wachstumsbremse

Diese Sichtweise teilt auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne. Er sieht die Politik in der Pflicht, verlässliche und vor allem schlankere Rahmenbedingungen zu gestalten. Vieles sei schon auf den Weg gebracht worden, jetzt gehe es auch um das Mindset.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne bei der Pressekonferenz in Hannover / Foto:  Deutsche Messe, Lars Kaletta

„Wir müssen den Weg jetzt konsequent weitergehen und uns mehr zutrauen von dem, was wir schon ermöglichen", so Tonne. Eine der größten Bremsen beim bezahlbaren Wohnungsbau sind für ihn immer noch zu viele analoge Prozessen. Für Tonne ist klar: Wer beim Bauen an Tempo zulegen will, muss radikal digitalisieren. Das sei längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern die Grundvoraussetzung für moderne Verwaltung und zügige Genehmigungen.

Auch bei den Dokumentationspflichten gilt für den Minister: Weniger ist mehr. Niedersachsen habe sich hier schon auf den Weg gemacht und eine „Berichtspflichten-Bremse“ eingeführt.

Wer mehr und kostengünstiger bauen will, der muss die Standards wieder auf ein vernünftiges Maß zurückführen.

Jörn Makko

Der Veranstaltungsort selbst zeigt, wie kreative Ansätze in der Praxis aussehen können. Der Umbau des alten Fernsehturms durch Oliver Blume verdeutlicht die Visionen den Experten: Bestehende Infrastrukturen müssen neu gedacht und konsequent umgenutzt werden. Die Real Estate Arena in Hannover wird ab Mittwoch der Ort sein, an dem diese zukunftsweisenden Ideen für die gesamte Branche diskutiert werden.