Der Druck auf den Wohnungsmarkt ist groß. Wohnungen müssen schneller entstehen – und sie müssen bezahlbar bleiben. Genau daran arbeitet das Bündnis bezahlbares Wohnen in Niedersachsen seit geraumer Zeit.
In den Räumen der NBank in Hannover hat die Arbeitsgruppe mit dem sperrigen Namen „Niedersächsischer Weg zum erleichterten und kostengünstigen Bauen“ nun ihren Abschlussbericht vorgestellt. Für Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne ist klar: Der Weg lohnt sich. „Er knüpft an einen Weg an, den wir in Niedersachsen seit vielen Jahren sehr konsequent gehen“, sagte Tonne Agenda Niedersachsen.
Die zentrale Frage lautet: Wie lässt sich Bauen einfacher, schneller und günstiger machen? Niedersachsen hat die Bauordnung bereits mehrfach geändert. Doch aus Sicht des Ministers ist noch mehr möglich. Standards sollen überprüft, Verfahren vereinfacht und gute Beispiele stärker genutzt werden. Man will sich Tonne zufolge noch mehr der Frage widmen, wie Standards vereinfacht werden können.
Dahinter steht ein grundsätzlicher Ansatz: Der Staat soll Freiräume schaffen – und diese müssen dann genutzt werden. „Wenn der Staat loslässt, ermöglicht das Freiheiten. Diese müssen dann aber durch andere genutzt werden“, mahnt Tonne.
Ein zentrales Prinzip des Bündnisses: Lösungen entstehen nur gemeinsam. Deshalb sitzen Politik, Bauindustrie, Immobilienwirtschaft und Planungsberufe an einem Tisch. „Wir brauchen alle an diesem Tisch. Nur dann funktioniert es“, ist der Wirtschaftsminister überzeugt. Zu den Partnern im Bündnis gehören unter anderem die Bauindustrie Niedersachsen-Bremen und die Ingenieurkammer Niedersachsen. Auch sie haben intensiv an den Vorschlägen mitgearbeitet.
Für die Ingenieurkammer ist klar: Kostengünstiger Wohnungsbau beginnt lange vor dem ersten Spatenstich. Kammerchef Stephan von Friedrichs betont, wie wichtig eine gute Planung ist. Er plädiert für eine „frühzeitige Beteiligung aller Planer, damit diese sich möglichst vor Baubeginn Probleme erkennen und gemeinsam lösen“. Gerade bei komplexen Bauprojekten könne eine bessere Abstimmung viel Zeit und Geld sparen.
Das konsequente Weglassen ist nicht Qualitätsverlust, sondern Vernunft.
Jörn P. Makko
Für Jörn P. Makko, Chef des Bauindustrieverbands in Niedersachsen und Bremen gibt es einen eindeutigen Weg zu mehr bezahlbarem Wohnraum: „Klare Basisstandards, konsequente Digitalisierung und verantwortungsvolles Miteinander aller am Bau Beteiligten.“ So formuliert er es in einem Video des Verbands.
Auch Makko meint, dass das Bauen einfacher werden muss. „Das konsequente Weglassen ist nicht Qualitätsverlust, sondern Vernunft.“ Auch von Friedrichs sagt: „Wir wollen einfacher bauen, nicht schlechter bauen.“
Dazu passt die Überschrift über dem Abschlussbericht. Sie lautet: „Niedersachsen macht’s einfach.“