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So kann Deutschland einfacher bauen

veröffentlicht am 19.02.2026

Wer in Deutschland Wohnraum schaffen will, braucht heute vor allem eines: starke Nerven. In jedem Bundesland gelten andere Vorschriften. Was in Niedersachsen erlaubt ist, kann in Bayern schon verboten sein. Dieser Flickenteppich aus 16 verschiedenen Landesbauordnungen macht das Bauen langsam und teuer. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hat gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Praxis an Lösungen gearbeitet – nachzulesen in einem Positionspapier, das nun dem Hochbauausschuss vorgestellt werden soll.

Expertinnen und Experten haben den 11-Punkte-Plan erarbeitet. Die Bauindustrie berichtete auf ihrem LinkedIn-Kanal darüber. / Foto: Bauindustrie

„Ein „Weiter-So“ kann es aus Sicht der Bauindustrie nicht geben“, heißt es in dem Dokument. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist ernst. Es fehlt an bezahlbaren Wohnungen. Die Bauindustrie stellt deshalb eine unbequeme Frage: „Welches Anforderungsniveau an unsere Gebäude wollen wir uns leisten?“. Die Fachleute fordern beim Bauen Mut zur Einfachheit: „Was früher möglich und richtig war, ist auch heute noch richtig und muss wieder möglich gemacht werden!“

Das bedeutet konkret, dass Wohnungen, die vor 15 Jahren nach damals gültigen Regeln gebaut wurden, auch heute noch als sicher und lebenswert gelten sollten.


Die Expertinnen und Experten haben 11 Hebel identifiziert, um den Stillstand beim Wohnungsbau und das Bauen günstiger und einfacher zu machen. Dabei wollen sie auch den bürokratischen Wildwuchs beschneiden. Hier sind fünf mögliche Stellschrauben aus dem Papier:

Standardisierung des Brandschutzes: Einheitliche Regeln statt 16 Sonderwege. Das spart Planungskosten und Zeit.

Schallschutz mit Augenmaß: Anforderungen müssen technisch sinnvoll, aber auch wirtschaftlich tragbar sein.

Typengenehmigung: Einmal genehmigt, bundesweit baubar. Das ist der Schlüssel für serielles und modulares Bauen.

Stellplatzsatzungen flexibilisieren: Weniger starre Vorgaben für Parkplätze können die Baukosten pro Wohnung massiv senken

Bauantragskonferenzen: „Probleme und Handlungsbedarfe frühzeitig erkennen“ – durch eine enge Abstimmung aller Behörden von Anfang an.

Man zeige in dem Dokument „konkrete Wege auf, wie Vorschriften ohne Abstriche bei Sicherheit, Qualität und und Kosteneffizienz vereinheitlicht werden können“, heißt es bei der Bauindustrie. Ziel ist es, den Entscheidungsträgern eine „belastbare Entscheidungsgrundlage“ zu liefern. Denn am Ende geht es um eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit: „die dramatische Situation auf dem Wohnungsmarkt“ zu entschärfen.