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Windenergie in Niedersachsen: Jetzt geht es um das nächste Level

veröffentlicht am 16.01.2026

Als Geschäftsführerin des Landesverbands Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen (LEE) beobachtet Silke Weyberg den Ausbau der Windenergie aus nächster Nähe. Die aktuellen Zahlen aus Niedersachsen bestätigen sie – und mahnen zugleich.

LEE-Geschäftsführerin Silke Weyberg / Foto: LEE Nds., Agenda Niedersachsen

Denn 2025 ist für die LEE-Geschäftsführerin mehr als ein weiteres gutes Jahr. Es ist ein Wendepunkt. „Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass die Professionalität bei Projektierern und Genehmigungsbehörden in der Bearbeitung der Anträge gestiegen ist“, sagt Weyberg. Für sie ist das ein Beleg dafür, dass die Branche geliefert hat. Jetzt ist das System am Zug.

Leistung ist da – Effizienz auch

209 neu installierte Windenergieanlagen mit 1.156 Megawatt Leistung, dazu 813 neu genehmigte Anlagen mit insgesamt 5.211 Megawatt: Für Weyberg zeigen diese Werte vor allem eines – Effizienz.

Dass gleichzeitig ältere Anlagen zurückgebaut wurden und die Gesamtleistung dennoch um rund acht Prozent wuchs, wertet sie als klares Zeichen für den Erfolg von Repowering und moderner Planung. „Zugleich verdeutlichen die Zahlen die Leistungsfähigkeit und Effizienz der Branche als Rückgrat der deutschen Energieversorgung“, so Weyberg.

So deutlich der Ausbau vorankommt – an einer Stelle sieht Weyberg akuten Handlungsbedarf: bei den Ausschreibungen.

Alle vier Ausschreibungsrunden 2025 waren überzeichnet. Für Weyberg ist das kein Marktproblem, sondern ein politisches. „Das Ausschreibungsvolumen darf nicht zum Flaschenhals werden“, warnt sie. Die Dynamik bei den Genehmigungen müsse sich endlich in den Ausschreibungsmengen widerspiegeln.

Die Windenergie ist längst nicht mehr nur eine Frage des Ausbaus, sondern der intelligenten Integration.

Silke Weyberg

Besonders deutlich wird das am Beispiel Niedersachsen: Allein die hier bereits genehmigte, aber noch nicht bezuschlagte Leistung könnte rechnerisch einen erheblichen Teil der bundesweiten Ausschreibungsmenge 2026 abdecken.

Weg vom Silodenken

Weyberg denkt den Ausbau längst über die einzelne Anlage hinaus. Für sie rücken Systemintegration und Netzausbau ins Zentrum der Energiewende. Der reine Zubau reiche nicht mehr aus.

„Damit Projekte zügig realisiert und die Ausbauziele erreicht werden können, müssen wir uns von alten Denkmustern verabschieden“, sagt sie. Genau deshalb habe der Verband mit der Hannoverschen Erklärung früh den Schulterschluss zwischen Erzeugern, abnehmender Wirtschaft und Netzbetreibern gesucht. 

„Die Windenergie ist längst nicht mehr nur eine Frage des Ausbaus, sondern der intelligenten Integration“, fasst sie zusammen. Niedersachsen habe jetzt die Chance, nicht nur Vorreiter beim Zubau zu bleiben, sondern Maßstäbe für das gesamte Energiesystem zu setzen.